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Steuererleichterungen für Denkmale und Gebäude in Sanierungsgebieten

Leistungsbeschreibung

Neben der unmittelbaren Förderung durch Zuschüsse wird die Erhaltung von Bau- und Kulturdenkmalen beziehungsweise von Gebäuden in Sanierungsgebieten und städtebaulichen Entwicklungsgebieten auch steuerlich im Rahmen der Veranlagung zur Einkommensteuer berücksichtigt.

Um die steuerlichen Vergünstigungen in Anspruch nehmen zu können, benötigen Sie eine spezielle Bescheinigung, die Sie dem Finanzamt vorlegen müssen. Diese Bescheinigung erhalten Sie auf Antrag, und zwar in der Regel von Ihrer Stadt bzw. der Gemeinde in der das Objekt gelegen ist.

Die Bescheinigung kann nur für bestimmte Bau- und Kulturdenkmale und nur für bestimmte Maßnahmen ausgestellt werden. Die Bescheinigung ist aber nicht die einzige Voraussetzung, um die nachfolgenden Steuervergünstigung zu erhalten. Die Finanzbehörde prüft weitere steuerrechtliche Voraussetzungen, u.a ob die bescheinigten Aufwendungen zu den Herstellungskosten, begünstigten Anschaffungskosten, sofort abziehbare Werbungskosten oder Betriebsausgaben bzw. nicht abziehbare Ausgaben zu zurechnen ist.

  • Begünstigt werden Herstellungskosten an Gebäuden in Sanierungsgebieten und städtebaulichen Entwicklungsbereichen sowie an Baudenkmalen, die zur Erzielung von Einkünften führen (z.B.  aus Gewerbebetrieb, selbständiger Arbeit, Land- und Forstwirtschaft, Vermietung und Verpachtung) verwendet werden. Der Steuerpflichtige kann im Rahmen der Berechnung der Einkommensteuer im Jahr der Herstellung und in den folgenden sieben Jahren jeweils bis zu neun Prozent und in den folgenden vier Jahren jeweils bis zu sieben Prozent absetzen (§§ 7h, 7i EStG). Für Erhaltungsaufwendungen werden in der Regel sofort im Zahlungsjahr entweder als Werbungskosten z.B. bei der Vermietung/Verpachtung oder als Betriebsausgaben z.B. bei einem Gewerbebetrieb steuermindernd berücksichtigt. Es besteht aber die Möglichkeit diese Aufwendungen auch auf zwei bis fünf Jahre gleichmäßig zu verteilen (§§ 11a, 11b EStG).
     
  • Nutzt der Erwerber die modernisierte Eigentumswohnung beziehungsweise das Gebäude in einem Sanierungsgebiet beziehungsweise einem städtebaulichen Entwicklungsbereich oder in einem Baudenkmal zu eigenen Wohnzwecken (also nicht zur Einkunftserzielung), kann er den Teil seiner Anschaffungskosten, der auf die nach Abschluss des Kaufvertrags durchgeführte Modernisierungsmaßnahmen entfällt, im Rahmen von § 10f Abs. 1 EStG wie Sonderausgaben abziehen. Der Steuerpflichtige kann im Jahr der Herstellung und in den folgenden neun Jahren jeweils bis zu neun Prozent als Sonderausgaben nach § 10f EStG geltend machen. Diese Verteilung gilt auch für Erhaltungsaufwendungen, die nicht zu den Betriebsausgaben oder Werbungskosten gehören (§ 10f Abs. 2 EStG).
     
  • Begünstigt werden Herstellungs- und Erhaltungsmaßnahmen an einem zu keiner Einkunftsart gehörenden und nicht eigenbewohnten Kulturdenkmal sowie unter bestimmten Voraussetzungen Aufwendungen bei anderen schutzwürdigen Kulturgütern (z.B. gärtnerische, bauliche und sonstige Anlagen, Mobiliar, Kunstgegenstände und Kunstsammlungen, wissenschaftliche Sammlungen und Archive in Privatvermögen). Die Aufwendungen können im Jahr des Abschlusses der Maßnahmen sowie in den darauffolgenden neun Jahren jeweils bis zu neun Prozent wie Sonderausgaben abgezogen werden (§ 10g EStG).

Hinweis:  Die Aufwendungen für den Wiederaufbau eines verlorengegangenen oder beseitigten Baudenkmals sowie für eine völlige Neuerrichtung eines Denkmals sind nicht bescheinigungsfähig. Auch der Abbruch und Neubau von Gebäuden in Sanierungsgebieten und städtebaulichen Entwicklungsbereichen ist für eine Anerkennung von Aufwendungen i.S. der §§ 7h, 10f, 11a EStG schädlich.

Die Anschaffungskosten für ein Baudenkmal sind nicht begünstigt, jedoch die nach Abschluss des Kaufvertrags als Herstellungskosten zu behandelnden Instandsetzungs- und Modernisierungsaufwendungen.

Bescheinigungsrichtlinien mit Musteranträgen und Musterbescheinigungen für Mecklenburg-Vorpommern:


Rechtsgrundlagen

Erforderliche Unterlagen

Der Einkommensteuererklärung ist die Bescheinigung der zuständigen Bescheinigungsbehörde beizufügen. Notwendiger Bestandteil der Bescheinigung ist die Zusammenstellung der Rechnungen, die der Bescheinigungsbehörde bereits vorgelegt wurde und von dieser nach ggf. Korrektur den Eigentümern der Gebäude wieder zur Verfügung gestellt worden ist. Weiterhin sind Unterlagen/Angaben zu bewilligten oder gewährten Zuschüsse/Beihilfen, die nicht in der Bescheinigung enthalten sind hinzuzufügen.

Voraussetzungen

Voraussetzung ist, dass Sie von der für die Genehmigung der Maßnahme zuständigen Bescheinigungsbehörde - in der Regel die Stadt, in der die Immobilie gelegen ist - eine ordnungsgemäße Bescheinigung erhalten haben und diese Ihrer Einkommensteuererklärung beifügen.

Kosten

Bei der Veranlagung zur Einkommensteuer entstehen keine besonderen Verfahrenskosten.

Die Erteilung der Bescheinigung durch die zuständige Bescheinigungsbehörde ist in der Regel aber kostenpflichtig.

Verfahrensablauf

Das Finanzamt prüft bei der Durchführung der Veranlagung zur Einkommensteuer, ob die steuerrechtlichen Voraussetzungen für die Inanspruchnahme der Steuervergünstigung nach dem Einkommensteuergesetz erfüllt sind.

Bei der Veranlagung zur Einkommensteuer können Sie die erhöhten Absetzungen beziehungsweise die als Sonderausgaben abzugsfähigen Beträge erstmals in dem Veranlagungszeitraum in Anspruch nehmen, in dem die begünstigte Baumaßnahme insgesamt fertiggestellt ist. Bei einer Baumaßnahme, die sich über mehrere Jahre erstreckt, ist deshalb grundsätzlich der Zeitpunkt der Fertigstellung der gesamten Maßnahme entscheidend.

Zuständige Stelle

Für die steuerliche Prüfung und Berücksichtigung der oben genannten Aufwendungen ist Ihr Wohnsitzfinanzamt zuständig.

Zuständig für die Erteilung von Bescheinigungen über Denkmale für steuerliche Zwecke sind die Landkreise, kreisfreien Städte (Schwerin und Rostock) und großen kreisangehörigen Städte (Neubrandenburg, Greifswald, Stralsund und Wismar) zuständig.

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