Förderfibel

Marktstrukturverbesserung (MaStrVerbRL M-V)

Merkblatt

Richtlinie:

Richtlinie zur Förderung von Maßnahmen zur Marktstrukturverbesserung (Marktstrukturverbesserungsrichtlinie – MaStrVerbRL M-V)
Fundstelle: AmtsBl. M-V 2015 S. 472
Zuletzt geändert durch Verwaltungsvorschrift vom 11.07.2020 (AmtsBl. M-V 2020 S. 371)

Ziel der Förderung

Die Förderung soll die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen der Verarbeitung und Vermarktung landwirtschaftlicher Erzeugnisse, Erzeugerzusammenschlüssen sowie von landwirtschaftlichen Unternehmen und Unternehmen der Verarbeitung und Vermarktung im Rahmen von operationellen Gruppen verbessern. Auf diese Weise wird zur Absatzsicherung oder zur Schaffung von Erlösvorteilen auf der Erzeugerebene beigetragen. Innovationspotenziale sollen erschlossen, die Effizienz des Ressourceneinsatzes gesteigert werden.

Was wird gefördert?

Investitionen für die Erfassung, Lagerung, Kühlung, Sortierung, marktgerechte Aufbereitung, Verpackung, Etikettierung, Verarbeitung oder Vermarktung landwirtschaftlicher Erzeugnisse:

  • Neu- und Ausbau von Kapazitäten einschließlich technischer Einrichtungen oder die innerbetriebliche Rationalisierung durch Umbau bzw. Modernisierung technischer Einrichtungen;
  • Ausgaben der Vorplanung wie z. B. Architekten- und Ingenieurleistungen, Beratungsgebühren oder Studien;
  • Investitionen, die im Rahmen der Tätigkeit einer Operationellen Gruppe (OG) als Teil der Europäischen Innovationspartnerschaft (EIP) durchgeführt werden (befristet bis zum 31.12.2020).
Wer wird gefördert?
  • Unternehmen der Verarbeitung und Vermarktung, deren Tätigkeit sich nicht gleichzeitig auf die Produktion pflanzlicher und tierischer Erzeugnisse erstreckt mit jeweils weniger als 750 Beschäftigten oder einem Jahresumsatz von weniger als 200 Mio. Euro.
  • Erzeugerzusammenschlüsse (Kleinstunternehmen, kleine und mittlere Unternehmen (KMU)), die weniger als 250 Personen beschäftigen und die entweder einen Jahresumsatz von höchstens 50 Millionen Euro oder eine Jahresbilanzsumme von 43 Millionen haben.
Unter welchen Voraussetzungen wird gefördert?
  • Mindestens 40 % der Aufnahmekapazitäten geförderter Erzeugnisse müssen über 5 Jahre durch Lieferverträge oder Dienstleitungsverträge mit mindestens fünf einzelnen Erzeugern gebunden sein. Kleinst- und kleine Unternehmen müssen Verträge mit drei Erzeugern vorlegen. Eine Vertragsbindung mit einem Erzeugerzusammenschluss erfüllt dieses Kriterium ebenfalls.
  • Für das Vorhaben ist ein Wirtschaftlichkeitsnachweis vorzulegen. Ab EUR 300.000,00 Investitionsvolumen muss der Nachweis von einem unabhängigen Sachverständigen bestätigt oder erstellt worden sein.
  • Eine verbesserte Ressourcennutzung ist nachzuweisen.
  • Die Verarbeitung und Vermarktung von Erzeugnissen kann grundsätzlich nur gefördert werden, wenn diese im Input unter Anhang I zu Artikel 38 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union[1] fallen.
  • Die Maßnahmendauer beträgt maximal 3 Jahre.

    [1] Amtsblatt der Europäischen Union Nr. 2010 / C 83, S. 62 und 331ff

Wie wird gefördert?
  • Die Zuwendung erfolgt als Projektförderung im Wege der Anteilfinanzierung in Form eines nicht rückzahlbaren Zuschusses.
  • Das Mindestinvestitionsvolumen beträgt grundsätzlich EUR 100.000,00, für Kleinst- und kleine Unternehmen EUR 20.000,00. Ein Mindestinvestitionsvolumen für Erzeugerzusammenschlüsse besteht nicht.

Fördersätze:

  bis zu 35% für Erzeugerzusammenschlüsse

  bis zu 40% für Erzeugerzusammenschlüsse, die mehr als 50 % Qualitätsprodukte verarbeitenund vermarkten

  bis zu 25% für KMU = Kleinstunternehmen, kleine und mittlere Unternehmen

  bis zu 30% für KMU = Kleinstunternehmen, kleine und mittlere Unternehmen, sofern
  mehr als 50% Qualitätsprodukte erfasst und vermarktet werden

  bis zu 40% für KMU = Kleinstunternehmen, kleine und mittlere Unternehmen, sofern
  ausschließlich Qualitätsprodukte erfasst und vermarktet werden

  bis zu 20 % für mittelgroße Unternehmen (weniger als 750 Beschäftigten oder einem Jahresumsatz von weniger als 200 Mio. Euro)

  bis zu 25 % für mittelgroße Unternehmen (weniger als 750 Beschäftigten oder einem Jahresumsatz von weniger als 200 Mio. Euro), sofern diese mehr als 50 % Qualitätsprodukte erfassen und vermarkten

  bis zu 35 % für mittelgroße Unternehmen (weniger als 750 Beschäftigten oder einem Jahresumsatz von weniger als 200 Mio. Euro), sofern diese ausschließlich Qualitätsprodukte erfassen und vermarkten

  bis zu 55 % für KMU im Rahmen von Operationellen Gruppen; die Förderung ist bis zum 31.12.2020 befristet

  bis zu 10 % für mittlere Unternehmen; für die Verarbeitung landwirtschaftlicher Erzeugnisse zu Nicht-Anhang-I-Erzeugnissen  

  bis zu 20 % für kleine und Kleinstunternehmen; für die Verarbeitung landwirtschaftlicher Erzeugnisse zu Nicht-Anhang-I-Erzeugnissen

Was ist bei der Kostenaufstellung zu beachten?

Für den Nachweis der Plausibilität der Kosten bitte beachten:

  1. Vorlage von 3 Angeboten
    Die Angebote müssen vergleichbar sein. Die Übersicht zur Angebotseinholung/ Markterkundung zur Antragstellung sollte in diesem Fall vom Antragsteller ausgefüllt und mit dem Förderantrag eingereicht werden.
  2. Dokumentation der Markterkundung
    Für das gesamte Vorhaben oder einzelne Bestandteile können auch schriftlich dokumentierte Preisvergleiche (Markterkundungen) vorgelegt werden. Auch hier sollte die Übersicht zur Angebotseinholung/ Markterkundung zur Antragstellung vom Antragsteller ausgefüllt und mit dem Förderantrag eingereicht werden (gleiches Formular wie zur Angebotseinholung).
  3. Kostenaufstellung
    von einem Ingenieurbüro, das auf dem entsprechenden Fachgebiet tätig ist.
Wann ist der Antrag zu stellen?
  • Der Antrag muss vor Abschluss eines Leistungs- oder Lieferungsvertrags (Maßnahmebeginn) gestellt werden.
  • Erst nach Erteilung eines Zuwendungsbescheids darf das Vorhaben begonnen werden. Bei Baumaßnahmen gelten Planungs- bzw. Projektierungsleistungen nicht als Maßnahmebeginn, sofern sie nicht alleiniger Zweck des Vorhabens sind.
  • In Ausnahmefällen kann auf Antrag mit gesonderter Begründung einem vorzeitigen Maßnahmebeginn schriftlich zugestimmt werden.
Wo ist der Antrag zu stellen?

Der formgebundene Antrag ist mit den zugehörigen Unterlagen einzureichen beim
Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt Westmecklenburg
Bleicherufer 13
19055 Schwerin.

Eine Projektauswahl unter den bewilligungsreifen Anträgen erfolgt zum 31.03. und 31.08. des jeweiligen Jahres.

Ansprechpartner:
Herr Rentz        0385 59586-270
Frau Böther      0385 59586-275