Förderfibel

Agrarinvestitionsförderungsprogramm (AFP)

Merkblatt

Zweck und Ziel:

Das Land gewährt zur Unterstützung einer wettbewerbsfähigen, nachhaltigen, besonders umweltschonenden, besonders tiergerechten und multifunktionalen Landwirtschaft für investive Maßnahmen in landwirtschaftlichen Unternehmen Zuwendungen.

Die Verbesserung des Verbraucher-, Tier-, Umwelt- und Klimaschutzes sowie agrotechnische Maßnahmen zur Vorbeugung von Schäden durch Naturkatastrophen gleichzusetzende widrige Witterungsverhältnisse stehen dabei besonders im Fokus.

Wer wird gefördert:

Zuwendungsempfänger:

  • Gefördert werden landwirtschaftliche Unternehmen, deren Geschäftstätigkeit zu wesentlichen Teilen (mehr als 25 % der Umsatzerlöse) darin besteht, durch Bodenbewirtschaftung oder mit Bodenbewirtschaftung verbundener Tierhaltung pflanzliche oder tierische Erzeugnisse zu gewinnen und die die in § 1 Abs. 2 des Gesetzes über die Alterssicherung der Landwirte (ALG) genannte Mindestgröße erreichen. Dazu gehören auch Imkereien sowie Wanderschäfereien.
  • Antragsteller auf Zuwendungen müssen die Kriterien für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) erfüllen.

Fördervoraussetzungen:

  • Nachweis der beruflichen Fähigkeiten für die ordnungsgemäße Führung des Betriebes; in der Regel Fachschulabschluss in einem landwirtschaftlichen Beruf (Betriebsleiter)
  • Vorlage von mindestens zwei BMEL - Jahresabschlüssen
  • Wirtschaftlichkeit des Unternehmens und der Investitionsmaßnahmen
  • Betreuungspflicht bei baulichen Maßnahmen mit mehr als 100.000 Euro zuwendungsfähigem baulichen Investitionsvolumen
  • Mindestinvestitionsvolumen von 20.000 Euro
  • der Viehbesatz darf 2 GV/ha LN nicht übersteigen
  • Einhaltung einer Eigenkapitalquote unter 78% bei Betrieben über 280 ha (Prosperitätsgrenze)
Was wird gefördert:
  • Investitionen in langlebige Wirtschaftsgüter zur Erzeugung, Verarbeitung und Direktvermarktung landwirtschaftlicher Produkte
  • bauliche Maßnahmen zur Verbesserung der Gesamtleistung und Nachhaltigkeit des landwirtschaftlichen Betriebes, insbesondere tierartgerechtere Haltungsverfahren
  • Investitionen in Frostberegnungsanlagen für Sonderkulturen
  • Nebenkosten für Architekten- und Ingenieurleistungen sowie für Betreuung und Beratung

Förderkatalog:

  1. Förderung von langlebigen Investitionen in der Tierhaltung und/oder arbeitsintensiven Bereichen:
    • Milchproduktion
    • Sauenhaltung (bis zum Absetzen der Ferkel)
    • Ferkelaufzucht (in der Regel abgesetzte Ferkel bis zum Alter von zehn Wochen)
    • Mastschweinehaltung ökologisch
    • Mastschweinehaltung konventionell, dabei gilt für Stallneubauten: nur bei Einhaltung der Bedingungen zur Premiumförderung
    • Legehennenhaltung ökologisch
    • Legehennenhaltung konventionell, dabei gilt für Stallneubauten: Mobilställe oder Stallneubauten mit einer Tierzahl von maximal 12.000 je Gebäude bei Einhaltung der baulichen Bedingungen nach Tierschutzlabel des deutschen Tierschutzbundes (Premiumstufe)
    • Mastgeflügelhaltung ökologisch
    • Mastgeflügelhaltung konventionell, dabei gilt für Stallneubauten: nur Mobilställe
    • Haltung von Schafen, Ziegen, Rindermast, Mutterkühe, Jungrinder, Pferden und sonstigen Tieren
    • Gartenbau (Gemüse, Obst, Zierpflanzen) und Kartoffelproduktion
    • Sonst. Marktfruchtbau (außer Gartenbau und Kartoffelproduktion) - nur für Junglandwirte bis zu einer Betriebsgröße von 280 ha zulässig
      Im Fall von Stallbauinvestitionen sind die baulichen Anforderungen an eine besonders tiergerechte Haltung zu erfüllen (Anlage 1 der Richtlinie).
      Darüber hinaus sind besondere Anforderungen in mindestens einem der Bereiche Verbraucher-, Umwelt- oder Klimaschutz zu erfüllen. Diese gelten dann als erfüllt,
    • wenn der Betrieb ökozertifiziert ist oder
    • wenn ein mit Gülle wirtschaftender Betrieb einen Nachweis über neun Monate Lagerkapazität für Gülle, Jauche und Gärreste (inklusive des mit der zur Förderung beantragten Maßnahme zusätzlich produzierten Gülleanfalls) erbringt oder
    • wenn ein mit Mist wirtschaftender Betrieb einen Nachweis über eine Lagerkapazität von fünf Monaten für Festmist erbringt oder
    • wenn ein Gartenbaubetrieb aufgrund von Maßnahmen deutlich Energie einspart, wie z.B. mit dem Neubau energiesparender Gewächshäuser, Wärme- und Kältedämmungsmaßnahmen sowie Steuer- und Regeltechnik oder
    • wenn bei Investitionen in Bewässerungsanlagen eine Wassereinsparung von mindestens 25% erreicht wird bzw. bei der Erstanschaffung nur wassersparende Technik zum Einsatz kommt.
      Die Aufzählung ist nicht abschließend.
      Investitionen in Frostberegnungsanlagen für Sonderkulturen sind von den besonderen Anforderungen ausgenommen.
  2. Liste der förderfähigen Maschinen und Technik im Innenbereich
      Die unter 2.3 der aktuellen RL genannte Liste des Ministeriums umfasst grundsätzlich alle nicht mobilen Maschinen und Anlagen der Innenwirtschaft einschließlich der für den Produktionsprozess notwendigen Computersoftware bis zum marktüblichen Wert des Wirtschaftsgutes und außerdem die mobilen
    • Futtermischwagen für Totalmischrationen
    • Geräte zur Ferkelkastration
    • Milchtaxi
    • Maschinen und Geräte zur Reinigung, Entmistung, Strohverteilung im Stallbereich sowie zur Tiererkennung, Pflege und Fütterung der Tiere (z. B. Spaltenreiniger, Transponder, Futterschieber, Siloentnahmegerät)
    • Gabelstapler, Steintrenn-, Sortier- und Verpackungsanlagen sowie Förderbänder z. B. für die Kartoffel-, Obst- oder Gemüseproduktion
    • Maschinen und Geräte zur Güllehomogenisierung, Separation
    • technische Anlagen zur Gewächshausbewirtschaftung
    • mobile Hebebühnen z.B. für das Beladen von Tiertransportern im Geflügelbereich
    • Anlagen zur Einzäunung mobiler Geflügelställe (einschließlich Stromaggregate), mobile Silos für die Futterversorgung der Mobilställe
    • Waagen zur Gewichtsermittlung bei Tieren
    • Klauen- und Behandlungsstände
    • Anbaugeräte zur Befüllung von Futtersilos in Mobilställen in der Geflügelhaltung.
      Die Aufzählung ist nicht abschließend.
Wie hoch wird gefördert?

Der Zuwendungsempfänger kann einen Zuschuss in Höhe von 20% der zuwendungsfähigen Nettoausgaben erhalten.

Bei Stallbauinvestitionen, die die baulichen Anforderungen an eine besonders tiergerechte Haltung gemäß Anlage 1 Teil A der Richtlinie erfüllen, kann ein Zuschuss von 20% (Basisförderung) gewährt werden.

Im Falle von Modernisierungsmaßnahmen für eine besonders tiergerechte Haltung (Umstellung der Haltung Jung- oder Zuchtsauen im Deckzentrum oder Abferkelbereich, Umstellung Anbindehaltung Rinder auf Laufstall) kann ein Zuschuss i. H. von 30% gewährt werden (befristet bis zum 31.12.2025).

Bei Stallbauinvestitionen, die die baulichen Anforderungen an eine besonders tiergerechte Haltung gemäß Anlage 1 Teil B der Richtlinie erfüllen, kann ein Zuschuss von 40% (Premiumförderung) gewährt werden.

Bei Investitionen in Lagerstätten für flüssige Wirtschaftsdünger im Zusammenhang mit geförderten Stallmodernisierungs- oder neubauten, die über eine feste Abdeckung und eine Lagerkapazität verfügen, die mindestens zwei Monate über die gesetzliche Vorgabe hinaus geht, kann ein Zuschuss von 40% gewährt werden.

Junglandwirten (zum Zeitpunkt der Antragstellung höchstens 40 Jahre alt) kann zusätzlich ein Zuschuss in Höhe von 10% der Bemessungsgrundlage -höchstens 20.000 Euro- gewährt werden, wenn die geförderte Maßnahme während eines Zeitraumes von fünf Jahren nach der erstmaligen Niederlassung als Allein- oder Mitunternehmer/-in in einem landwirtschaftlichen Betrieb durchgeführt wird.

Gebühren für die Betreuung können bezuschusst werden; der maximale Zuschuss beträgt 10.500 Euro.

Die Förderung ist begrenzt auf ein zuwendungsfähiges Investitionsvolumen von 3 Mio. Euro im Zeitraum von 2015 bis 2022. Diese Obergrenze kann höchstens einmal pro Zuwendungsempfänger ausgeschöpft werden. Der AFP-Zuschuss ist in der laufenden Förderperiode auf 1 Mio. EUR je Unternehmen begrenzt.

Für Kapitalmarktdarlehen, die zur Sicherstellung der Gesamtfinanzierung erforderlich sind, können Bürgschaften über die Bürgschaftsrichtlinie - Landwirtschaft gewährt werden.

Antragsverfahren:

Der Antrag ist vollständig bis zum 31. August eines jeden Jahres bei der Bewilligungsbehörde, dem Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt Westmecklenburg, einzureichen. Die Projektauswahl erfolgt unter bewilligungsreifen Anträgen an den jeweiligen Stichtagen (31.3.; 30.6.; 30.9.; 30.11.) unter Anwendung festgelegter Auswahlkriterien.

Antragsunterlagen:

Mit dem Förderantrag sind u.a. folgende Unterlagen vorzulegen:

  • Investitionskonzept
  • Betreuer-/Beraterbericht
  • Nachweis der Gesamtfinanzierung
  • Ausbildungs- bzw. Qualifizierungsnachweis (Betriebsleiter)
  • Aktueller Handelsregisterauszug
  • Aktueller Gesellschaftervertrag
  • Kooperationsvertrag ggf. Geschäfts-oder Aktionsplan
  • Erklärung „kein Unternehmen in Schwierigkeiten“
  • Beteiligungen des Antragstellers an anderen Unternehmen
  • Betreuer-, Beratervertrag ggf. Vollmacht des Antragstellers
  • Architekten- bzw. Ingenieurvertrag
  • Eigentumsnachweis
  • Lageplan des Bauvorhabens
  • Bauunterlagen
  • mindestens drei schriftliche Kostenangebote oder Kostenschätzung eines Architekten oder Bauingenieurs nach DIN 276 oder mindestens drei schriftlich dokumentierte Preisvergleiche (Markterkundungen)
  • bei Bewässerungsvorhaben: behördliche Genehmigungen ggf. wasserrechtliche Erlaubnis; Nachweis Wassereinsparung 25%, Nachweis 10% der selbstbewirtschafteten Ackerfläche mit beregnungswürdigen Kulturen bebaut
  • Bio-Zertifikat bei ökologisch wirtschaftenden Unternehmen
  • QS-Standard I Zertifikat bei konventioneller Schweineproduktion
  • Bescheinigung über das Ergreifen geeigneter Maßnahmen zur Reduzierung des Kannibalismus im Bestand bei konventioneller Schweinehaltung
  • Tierbestand zur Berechnung des GV-Besatzes
  • Nachweis der Einhaltung der baulichen Anforderungen
  • Nachweis der Güllelagerkapazität; bei erhöhtem Zuschuss wegen fester Abdeckung Nachweis, dass Mindestlagerkapazität zwei Monate über die betriebsindividuellen ordnungsrechtlichen Vorgaben hinausgehen
  • Planungsrechnung bei Existenzgründung, Nachweis angemessener Eigenkapitalanteil
  • KMU Erklärung
  • Grundsteuermessbescheid
  • Nachweis Junglandwirt (z.B. Kopie des Personalausweises, Qualifikation, Nachweis der erstmaligen Niederlassung als Allein- oder Mitunternehmer im landw. Unternehmen; Höhe der Beteiligungen/Stimmrechte)
  • Erhebungsblatt Evaluation
Ansprechpartner:

Staatliches Amt für Landwirtschaft und Umwelt Westmecklenburg
Bleicherufer 13
19053 Schwerin
Herr Rentz    Tel.: 0385 59586-270
Herr Kulessa Tel.: 0385 59586-271

Fax: 0385 59586-570
E-Mail: poststelle@staluwm.mv-regierung.de

Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt
Mecklenburg-Vorpommern
Referat 300
Paulshöher Weg 1
19061 Schwerin
Tel.: 0385 588-0
Fax: 0385 588-6024

Dieses Merkblatt gibt einen Überblick über bestehende Fördermöglichkeiten/-voraussetzungen im Rahmen der Agrarinvestitionsförderung. Detaillierte Informationen entnehmen Sie bitte der Richtlinie bzw. wenden Sie sich an die Bewilligungsbehörde.