Förderfibel

Förderung eines Programmes der modellhaften Weiterentwicklung der Jugendhilfe

Merkblatt

Ziele:

Im Rahmen der Förderrichtlinie sollen Modellprojekte, die zur Weiterentwicklung der Jugendhilfe in Mecklenburg-Vorpommern beitragen und eine qualitative Verbesserung des Leistungsangebotes erwarten lassen, gefördert werden. Dabei sollen:

  • durch Modellvorhaben die Jugendhilfe weiterentwickelt und im Sinne von § 1 (3) Nr. 4 KJHG positive Lebensbedingungen für junge Menschen und ihre Familien geschaffen bzw. erhalten werden.
  • die Zusammenarbeit zwischen einzelnen Leistungsbereichen der Jugendhilfe verbessert und den Leistungsberechtigten ein flexibles Netz verschiedener Angebote unterbreitet werden.
  • die Zusammenarbeit der Jugendhilfe mit anderen Stellen und öffentlichen Einrichtungen und die Verbesserung der Kooperation zwischen den Trägern der Jugendhilfe untereinander unterstützt werden.

Darüber hinaus hat das Land Interesse am modellhaften Aufbau systematischer Jugendhilfeplanung, welche rechtzeitig die Betroffenen beteiligt und zur Schaffung einer vorausschauenden und bedarfsgerechten Angebotspalette beiträgt. Eine wissenschaftliche Begleitung und Auswertung geeigneter Projekte im Hinblick auf die Verwertbarkeit der Ergebnisse bzw. für notwendige Innovationen zur Weitergabe an Dritte ist grundsätzlich geboten.

Zuwendungsempfänger:

Zuwendungsempfänger sind Träger der freien und öffentlichen Jugendhilfe sowie andere gemeinnützige Träger, die ihren Sitz in Mecklenburg-Vorpommern haben, sich überwiegend mit der Erarbeitung von Jugendhilfeprojekten befassen und die notwendigen fachlichen Standards garantieren können. Träger, die ihren Sitz außerhalb von Mecklenburg-Vorpommern haben, können als Zuwendungsempfänger dieser Richtlinie gelten, wenn sie das Projekt ausschließlich im Land Mecklenburg-Vorpommern durchführen und die Ergebnisse des Projektes dem Land zur Verfügung stellen.

Zuwendungsvoraussetzungen:

Die Modellprojekte sollen eine langfristige qualitative Verbesserung des entsprechenden Leistungsangebotes der Jugendhilfe fördern. Die Aufnahme der Projekte gemäß § 80 SGB VIII in die örtliche Jugendhilfeplanung und die Verpflichtung der örtlichen Träger der öffentlichen Jugendhilfe zu einer angemessenen und langfristigen Mitfinanzierung ist Voraussetzung für die Förderung.

Nicht förderbar nach dieser Richtlinie sind Leistungen, für die andere Kostenträger als die Jugendhilfe in Anspruch zu nehmen sind. Des Weiteren ist eine Förderung aus dieser Richtlinie nicht möglich, wenn das Projekt bereits aus anderen Programmen des Landes gefördert wird.
Die Träger haben bei den Projekten einen Eigenanteil von mindestens 25 Prozent zu erbringen.

Gegenstand der Förderung:

Gegenstand der Förderung sind Projekte, die über den Bestand bisheriger Leistungen hinausgehen und sozialräumlich orientierte, fachliche sowie strukturelle Verbesserungen modellhaft aufzeigen.

Zur Weiterentwicklung von Angeboten für junge Menschen und ihre
Familien können Modellprojekte gefördert werden, die insbesondere dazu beitragen:

  • junge Menschen in Einzelwohnungen oder Wohngruppen ambulant zu betreuen, bei denen noch bzw. kurzzeitig ein Betreuungsbedarf besteht,
  • Übergänge zwischen Erziehungshilfe im Einzelfall und Jugendsozialarbeit harmonisch zu gestalten,
  • die Zusammenarbeit zwischen Trägern der Jugendarbeit und Trägern erzieherischer Hilfen im Bereich der Kinder- und Jugenderholung, der Jugendberatung und der freizeitstrukturierenden Maßnahmen zu unterstützen,
  • verschiedene Hilfeformen miteinander zu verknüpfen,
  • über den bisherigen Leistungskatalog von Trägern erzieherischer Hilfen auch gewaltpräventive Angebote in Zusammenarbeit mit anderen Institutionen und Behörden anzubieten sowie
  • die Weiterentwicklung des Pflegekinderwesens u. a. sozialräumlich orientierte familienfördernde Hilfen qualifiziert und strukturell zu verbessern,
  • die Verweildauer junger Menschen in stationärer Unterbringung durch gezielte Kooperation zwischen verschiedenen Trägern der Jugendhilfe u. a. Institutionen zu verkürzen,
  • Angebote der Integration seelisch behinderter junger Menschen bedarfsgerecht in Einrichtungen u. a. Leistungsbereichen der Jugendhilfe zu ermöglichen,
  • dass heilpädagogische und therapeutische Betreuung in ihren bisherigen Angebotskatalog zusätzlich, unter Beachtung des Punktes 4.3 dieser Richtlinie, aufgenommen werden,
  • den Aufbau einer systematischen kommunikativen Jugendhilfeplanung unter Beteiligung der Betroffenen zu gewährleisten.

Der Katalog von Modellprojekten ist beispielhaft und nicht abgeschlossen.

Fördersätze:

Das Land kann Modellprojekten einen Zuschuss zu den Gesamtausgaben im ersten Jahr von bis zu 75 Prozent gewähren; die Zuwendung darf im Einzelfall nicht mehr als 127,5 TEuro betragen und soll 5,1 TEuro nicht unterschreiten.
Die etwaigen Leistungen des jeweiligen Spitzenverbandes sowie anderer öffentlicher Träger, mit Ausnahme derer von Kommunen und Kreisen, sind auf die Landeszuwendungen anzurechnen. Die Beteiligung weiterer Stellen kann als zu erbringender Anteil des Projektsträgers gerechnet werden. Über eine über den Bewilligungszeitraum hinausgehende, weitere, sich verringernde Förderung für ein und dasselbe Modellprojekt kann das Landesjugendamt nach Maßgabe des Haushaltes entscheiden. Im zweiten Jahr kann ein und dasselbe Modellprojekt mit 50 Prozent und im dritten Jahr mit 25 Prozent gefördert werden.

Ansprechpartner

Landesamt für Gesundheit und Soziales                                                           
Abteilung 2, Außenstelle Neubrandenburg                                                 
Neustrelitzer Straße 120                                                                                     
17033 Neubrandenburg

Telefon: 0395-380 59630, Frau Anke Arndt
Fax:       0395-380 59732
E-Mail: anke.arndt@lagus.mv-regierung.de

Antragsverfahren

Anträge auf Gewährung einer Zuwendung für beabsichtigte Maßnahmen sind unter Verwendung des Antragsvordrucks vor Beginn der Maßnahme beim Landesamt für Gesundheit und Soziales Mecklenburg – Vorpommern, Abteilung 2 Förderangelegenheiten einzureichen.
Dem Antrag sind beizufügen:

  • Inhaltskonzept
  • Kosten- und Finanzierungsplan der gesamten Maßnahme, laut Anlage A
  • Detaillierter Kosten- und Finanzierungsplan
  • Kooperationsvereinbarung, wenn die Maßnahme trägerübergreifend organisiert wird
  • Fachliche Stellungnahme des örtlichen Trägers der öffentlichen Jugendhilfe
  • Bestätigung der Einordnung in die Jugendhilfeplanung
  • Bestätigung der Anteilfinanzierung durch den örtlichen Träger der öffentlichen Jugendhilfe
  • ggf. Vertrag über wissenschaftliche Begleitung
  • Ausschlusserklärung der Finanzierung durch andere Landesprogramme
Ergänzende Fördermöglichkeiten:

Die Beteiligung Dritter an den Ausgaben des Zuwendungsempfängers kann als zu erbringender Anteil des Zuwendungsempfängers gewertet werden.